Gabriele Ertl Unternehmensberatung I Coaching Coaching Guntramsdorf

Gabriele Ertl

Unternehmensberaterin, systemischer Coach, Lebens- und Sozialberaterin
mit 40 Jahren internationaler Erfahrung als Business Consultant
in der Software-Branche.

Mit großer Leidenschaft, Empathie und Expertise begleite ich
Unternehmen und Privatpersonen dabei, ihre Potenziale zu entfalten,
neue Lösungen zu entwickeln und Veränderungen erfolgreich zu gestalten.

Mein Ziel: nachhaltige Ergebnisse, die heute wirken
und in Zukunft Bestand haben.

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Nicht PERFEKT sein ->

Bei KI ein Bug – Bei Menschen ein Feature

Wenn man genauer hinsieht, geht es selten wirklich darum, besser zu leben. Was Menschen im Coaching und in der Beratung bewegt, ist meist etwas anderes: der Wunsch, stimmiger, echter – vielleicht sogar menschlicher zu sein.

Und doch versuchen viele genau das Gegenteil.
Sie wollen effizienter sein. Schneller. Fehlerfreier. Belastbarer.
Kurz: Sie wollen funktionieren – am besten wie eine gut programmierte Maschine, also wie KI?

Kurzfassung:

IMPERFEKTION – beim Menschen ein Feature / bei KI ein Bug

Viele Menschen wollen perfekt sein – effizient, fehlerfrei, immer kontrolliert. Im Coaching und in der Beratung erlebe ich oft den stillen Wunsch: „Ich müsste souveräner, belastbarer, schneller sein.“

Aber was wäre, wenn wir dieses Ziel einmal zu Ende denken?
Stell dir vor, du wärst perfekt – ohne Gefühle, Zweifel oder innere Resonanz. Schnell, präzise, leistungsfähig … aber wärst du dann noch du, ein Mensch?

Was bei KI ein Bug wäre, ist beim Menschen ein Feature:
Zweifel, Gefühle, Werte, Unsicherheit – sie machen uns menschlich, verbindlich und verantwortungsvoll.

Coaching und Beratung sind kein Optimierungsprogramm.
Es geht darum, wieder Zugang zu unseren menschlichen Features zu bekommen – und sich zu erlauben, menschlich und authentisch zu sein.

Vielleicht ist die spannendere Frage nicht, wie wir perfekter werden –
sondern dass wir uns erlauben, menschlich und authentisch zu sein.

Der stille Wunsch nach Perfektion

„Ich müsste souveräner sein.“
„Ich darf mir keine Schwächen leisten.“
„Andere kriegen das doch auch hin.“

Diese Sätze höre ich öfter. Und sie alle tragen dieselbe Annahme in sich:
👉 Mit mir stimmt etwas nicht. Ich bin noch nicht gut genug.

Perfektion erscheint dann wie ein rettendes Ziel.
Keine Zweifel mehr. Keine Unsicherheit. Keine Emotionalität.
Nur Klarheit, Kontrolle und Leistung.

Aber was wäre, wenn wir dieses Ziel einmal zu Ende denken?

Ein kleines Gedankenexperiment

Stell dir vor, du wärst perfekt.
Keine Angst. Kein Zögern. Keine inneren Konflikte.
Du triffst immer die richtige Entscheidung.
Du agierst und reagierst immer logisch, effizient, fehlerfrei.

Klingt verlockend? Vielleicht für einen kurzen Moment.

Und dann stell dir vor, du hättest dabei keine Gefühle mehr.
Keine Empathie. Kein Mitgefühl. Keine Resonanz.
Keine Werte, die dich innerlich leiten.
Keine Irritation, kein Innehalten, kein Zweifel.

Du wärst schnell. Präzise. Leistungsfähig.
Aber wärst du dann noch du, oder doch eher wie dein KI Chatbot?

Was bei KI ein Bug ist, ist beim Menschen ein Feature

In der künstlichen Intelligenz gelten Fehler, Unschärfen und Widersprüche als Bugs.
Sie müssen korrigiert, optimiert, eliminiert werden.

Beim Menschen ist es das Gegenteil.

Unsere „Unperfektheiten“ sind keine Defizite, sondern Features:

  • Zweifel machen Entwicklung möglich
  • Gefühle schaffen Verbindung und Beziehungen
  • Werte geben Orientierung
  • Unsicherheit öffnet neue Perspektiven

Ohne all das wären wir zwar effizienter – aber auch viel kälter.
Vielleicht sogar gefährlicher.

Nicht umsonst drehen sich viele dystopische Zukunftsvisionen um genau diese Frage:
Was passiert, wenn wir das Menschliche zugunsten von Perfektion opfern?

Warum wir trotzdem versuchen, wie KI zu sein

Paradox ist:
Je präsenter KI wird, desto stärker versuchen Menschen, maschinenähnlich zu funktionieren.

Immer verfügbar.
Immer produktiv.
Immer kontrolliert.
Immer „on“.

Im Coaching und in der Beratung zeigt sich das oft als tiefe Erschöpfung.
Nicht, weil Menschen zu wenig können –
sondern weil sie sich selbst oft übergehen.

Sie hören nicht mehr auf ihre inneren Signale, sondern auf äußere Erwartungen.
Sie vertrauen Algorithmen, Kennzahlen und Bewertungen mehr als ihrer eigenen Wahrnehmung.

Und verlieren dabei genau das, was sie einzigartig macht.

Coaching und Beratung als Gegenpol

Coaching und Beratung sind kein Optimierungsprogramm.
Es geht nicht darum, Menschen (noch) perfekter zu machen.

Es geht darum, wieder Zugang zu den eigenen menschlichen Features zu bekommen:

  • zu Gefühlen, statt sie wegzudrücken
  • zu Werten, statt nur zu funktionieren
  • zu innerer Stimmigkeit, statt äußerer Perfektion

Manchmal lade ich Klient:innen gedanklich zu einem inneren Film ein:
Wie wäre es, wenn Sie vollkommen perfekt wären – aber ohne Gefühle, ohne Zweifel, ohne innere Resonanz?

Fast immer folgt Stille. Erinnerungen an George Orwell’s ‚1984‘ werden wach.
Und dann ein klares: „So möchte ich nicht sein.“

Vielleicht ist das Ziel falsch gewählt

Vielleicht ist die spannendere Frage nicht,
wie wir perfekter und immer besser werden –
sondern wie wir uns erlauben können menschlich und authentisch zu sein.

Mit all unseren Ecken und Kanten.
Mit Unsicherheit und Mut.
Mit Herz, Ethik und Verantwortung.

Denn eine Welt voller perfekter Systeme mag effizient sein.
Aber eine menschliche Welt braucht etwas anderes:
Unvollkommenheit, die uns verbindet.

Und wir wollen uns ja doch von der KI unterscheiden.
Und wer weiß, wie viel Hauptspeicher, wir dann noch bräuchten :-).

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Mag. Gabriele Ertl, MSc

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